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Von Mag. Ursula Höller: ADHS ist die Bezeichnung für das Aufmerksamkeits-Defizit und Hyperaktivitätssyndrom. Es ist die häufigste psychische Störung im Kindes- und Jugendalter. Buben sind circa viermal so oft betroffen wie Mädchen. Betroffene ...

Hyperaktive Kinder sind energielos

Mag. Ursula Höller

ADHS ist die Bezeichnung für das Aufmerksamkeits-Defizit und Hyperaktivitätssyndrom. Es ist die häufigste psychische Störung im Kindes- und Jugendalter. Buben sind circa viermal so oft betroffen wie Mädchen. Betroffene Kinder fallen auf, besonders durch Hyperaktivität, also übersteigerten Bewegungsdrang, Unaufmerksamkeit, in Form von gestörter Konzentrationsfähigkeit und Impulsivität, die sich durch unüberlegtes Handeln zeigt. Sie neigen auch zu Leistungsschwankungen und Lernstörungen. Teilleistungsschwächen in Form von Legasthenie, die Lese- und Rechtschreibschwäche und Dyskalkulie, die Rechenschwäche sind keine Seltenheit. Auf Grund ihrer Konzentrationsschwäche und der inneren Unruhe, unter der die hyperaktiven Kinder oft leiden, bringt das Lernen meist nicht den gewünschten Erfolg und wer trotz Anstrengung keine guten Schulnoten erhält, wird letztlich zum Leistungsverweigerer. ADHS-Kinder können Reize, die zur selben Zeit das Gehirn erreichen nicht filtern. Das Schreiben der Hausübung hat die gleiche Wichtigkeit wie das Auto, das draußen vorbei fährt und der Fernseher, der im Hintergrund läuft. Dieses Kind kann nicht über einen längeren Zeitraum ruhig bei seiner Aufgabe sitzen bleiben. Letztlich sind hyperaktive Kinder immer eine immense Herausforderung für die Umgebung. Das Familienleben und auch die Klassenkameraden werden nervlich stark strapaziert. Wen wundert es, wenn man dann zur ruhig stellenden Medikation (Methylphenidat) greift, um wieder Ordnung ins soziale Gefüge zu bringen.

Unklare Ursachen

Die Ursachen für die Entstehung des ADHS-Syndroms sind unklar, man nimmt eine Störung im Gehirn-Stoffwechsel an, kann aber nicht genau sagen, welche Veränderungen zu Beginn der Erkrankung vorhanden waren. Aus Ernährungssicht liegt die Ursache in der Art und Weise wie wir uns ernähren. Man weiß heute, dass gerade unsere Wohlstandsgesellschaft mangelernährt ist. Das heißt nicht, dass wir zuwenig zu essen bekommen, ganz im Gegenteil, das Angebot an Nahrungsmitteln ist riesig und vielfältig. Sehr oft ist der Zeitfaktor entscheidend. Essen ist kaum mehr ein gesellschaftliches Erlebnis, sondern muss schnell in einer kurzen Pause, oft nebenher, erledigt werden. Gern greift man daher zu Fertigprodukten, deren Angebot an Mikronährstoffen zu einseitig und gering ist. Gerade die Kinder und Jugendlichen ernähren sich von zu vielen Weißmehlprodukten, wie Nudeln, Burger, Snacks, Bäckereierzeugnisse, sowie Pommes frites und zuckerhaltigen Limonaden. Zucker und auch Stärke sind reine Kalorienträger, die sich bei genauerer Betrachtung als Vitaminräuber entpuppen. Diesen raffinierten Zucker bzw. die reine Stärke müssen wir im Körper verstoffwechseln. Dazu brauchen wir aber eine ganze Reihe von Mikronährstoffen. Diese Mikronährstoffe nimmt unser Körper, wenn sie nicht mit der Nahrung mitgeliefert werden, aus körpereigenen Reserven. Gerade beim üppigen Verzehr von Weißmehl -und Fertigprodukten werden kaum Mikronährstoffe zugführt. Die Speicher müssen angezapft werden und werden nach und nach entleert. Wir treiben also Raubbau an unseren Mikronährstoff-Depots. In der Atmungskette wird durch oxidative Phosphorylierung aus Wasserstoff und Sauerstoff unter Beteiligung von Enzymkomplexen und deren Co-Faktoren Energie in Form von ATP (Adenosintriphosphat) und Wasser hergestellt. Wir produzieren pro Tag je nach Leistungsbedarf 40 - 70 kg ATP und verbrauchen es auch sofort wieder. Diese Enzymkomplexe der Atmungskette brauchen nun ihrerseits Co-Faktoren, von denen einerseits die Richtigen und andererseits das richtige Mengenverhältnis zueinander vorhanden sein muss, damit die Enzyme voll leistungsfähig sind und somit auch die Zelle ihr Energiepotential voll ausschöpfen kann. Zu diesen Co-Faktoren gehören die B-Vitamine (in aktivierter Form als NADH, FAD und FMN), Eisen, Kupfer, Molybdän und Coenzym Q 10. Letzteres können wir mit Hilfe der B-Vitamine aus Phenylalanin und Methionin selbst synthetisieren.

Neurotransmitterstoffwechsel

Wie wichtig die Rolle der B-Vitamine für unseren Körper ist, zeigt ihre Notwendigkeit für den Neurotransmitterstoffwechsel im Gehirn. Mit bestimmten Präkursoren, die blut-hirnschrankengängig sind, können wir die Produktion von Neurotransmittern bei Anwesenheit der B-Vitamine erhöhen. Aus L-Tryptophan entstehen Serotonin und Melatonin, die den Wach-Schlafrhythmus steuern. Zahlreiche Enzyme des Tryptophan-Stoffwechsels sind Vitamin B6 - abhängig. Die Serotonin-Konzentration im Gehirn hängt letztlich von der Zufuhr von Tryptophan ab. Tryptophan findet man z.B. in Nüssen, Fleisch, Haferflocken und Camenbert. Die Glutaminsäure kann im Körper selbst hergestellt werden. Sie spielt für die Lern- und Gedächtnisleistung eine zentrale Rolle und ist auch Vorstufe für den zentral hemmenden Neurotransmitter GABA (Gamma - Aminobuttersäure), mit dem wieder Ruhe entsteht. Die Umwandlung funktioniert allerdings nur mit Vitamin B6.

Vitamin B-Defizite

Ein Defizit an B-Vitaminen zeigt sich an folgenden Symptomen:

  • eingeschränkte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit (B1)
  • Reizbarkeit (B1, B3, B6, Folsäure)
  • Vergesslichkeit, Gedächtnisstörungen
  • Konzentrationsschwäche (B1, B6)
  • Verwirrtheit (B1, B3)
  • Müdigkeit (B2, B12, Pantothensäure)
  • Antriebslosigkeit (B2)
  • Depressionen (B2, B6, Folsäure, Biotin)
  • Appetitverlust (B3, B12)
  • degenerative Veränderungen des ZNS (B3)

Die B-Vitamine arbeiten in ihrer Gesamtheit immer so gut, wie das schwächste Glied in ihrer Kette. Das erklärt auch, warum man im Regelfall B-Komplexpräparate, die alle B-Vitamine enthalten, einsetzen wird.

Zink

Zink ist das Spurenelement, das bei Kindern, die am Aufmerksamkeits-Defizit & Hyperaktivitätssyndorm leiden oft defizitär ist. Neben vielen anderen Funktionen ist es dafür verantwortlich, dass wir Vitamin B6 in die Zellen einschleusen können. Eine Vitamin B6-Aufnahme ohne Zink ist undenkbar. Das Spurenelement Zink hat eine Schlüsselfunktion bei zellulären und metabolischen Prozessen im gesamten Nervensystem. Man braucht es für die Synthese und Metabolisierung der Neurotransmitter.

Ein Mangel äußert sich durch:

  • Depressionen
  • Hyperaktivität
  • Konzentrationsstörungen
  • Lernschwäche
  • Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • geringe Stresstoleranz
  • Wachstumsstörungen
  • dünne Haare
  • weißfleckige Fingernägel


Magnesium

Als Mineralstoff bei Hyperaktivität drängt sich Magnesium förmlich auf. Es hilft bei Konzentrationsstörungen, Ermüdungserscheinungen, Schlafstörungen, Stressempfindlichkeit und Unruhe. Man weiß heute, dass eine Magnesium-Unterversorgung in der Bevölkerung - auch in Österreich - recht weit verbreitet ist. Magnesium ist an allen Prozessen beteiligt, die ATP verbrauchen, es ist also eng mit unserem Energiehaushalt verknüpft.

Zum Schluss - Grundlegendes

Etwas Grundlegendes möchte ich Ihnen noch zum Schluss mitgeben: Jede Zelle ist nur so gut, wie die Qualität ihrer Hülle. Wir sollten uns darum kümmern unserem Organismus genügend verschiedene ungesättigte Fettsäuren zur Verfügung zu stellen. Die Aufnahme von gesättigten Fetten, die der Körper selbst problemlos produzieren kann ist noch immer viel zu hoch. Auf die Aufnahme von ungesättigten, weil essentiellen Fetten sind wir aber angewiesen. Sie sind letztlich für die Elastizität unserer Zellmembranen verantwortlich. Wer aber rissige und starre Zellhüllen hat, der hat eine schlechte Nervenreizleitung. Unser Gehirn ist ein kleines, sehr wichtiges und auch sehr gefräßiges Organ. Obwohl es nur 2 % unserer Körpermasse ausmacht, benötigt es 20 % des umgesetzten Sauerstoffs und unvorstellbare 60 % der Glucose. Füttern wir unser Gehirn also nicht nur mit Brennmaterial (Zucker), sondern gönnen wir ihm, um zu optimaler Leistung zu kommen, auch die richtigen Helfer, nämlich die unerlässlichen Mikronährstoffe!

Quellen:

N. Fuchs, Mit Nährstoffen heilen, Reglin-Verlag, 2001
U. Gröber, Orthomolekulare Medizin, WVG, 2002
Biesalski et.al, Ernährungsmedizin, Thieme, 1999
J.Koolman et.al.,Taschenatlas der Biochemie, Thieme, 2003
Werbach, Nutriologische Medizin, Hädecke, 2001

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