| Stellungnahme Dr. Peter Wasler Stellungnahme Mag. Norbert Fuchs Stellungnahme der Gesellschaft für Angewandte Vitaminforschung |
von Dr. Peter Wasler ![]() |
| Seit ihrer Entdeckung in den ersten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts sind Vitamine von der Wissenschaft als lebensnotwendig anerkannt. Natürlich sind heute in den Industrienationen absolute Vitaminmangelzustände, die zum Tod führen nicht mehr existent - keiner stirbt mehr durch das Fehlen von Vitamin C an Skorbut - jedoch werden ernährungsbedingte Defizite an Vitaminen und Spurenelementen zunehmend häufiger bei speziellen Labortests (Vollblutanalysen) festgestellt. Schuld am Zahnfleischbluten ist nicht nur die falsche Zahnbürste, sondern meist ein Vitamin C Mangel. Da der Körper mit Ausnahme der Vitamine D , B3 und K keine Vitamine aufbauen kann, müssen sie über die Nahrung und wenn dort nicht ausreichend vorhanden, über Präparate zugeführt werden - sonst droht eine Mangelversorgung mit allen gesundheitlichen Konsequenzen! Ob die Einnahme von Vitaminen möglicherweise auch gefährlich sein kann, hängt wohl in erster Linie von der Einnahmedauer und der Dosis ab. Sicher nicht sinnvoll ist, bei normalen Laborspiegeln prophylaktisch Vitamine in hoher Dosis zuzuführen. Der speziell ausgebildete „Orthomolekular Mediziner“ wird das Erscheinungsbild, die Krankheitsgeschichte des Patienten, sowie die labordiagnostische Abklärung bei der Verschreibung eines Vitaminpräparats berücksichtigen. Fragwürdig, mitunter gefährlich ist, wenn „medizinische Laien“ Vitaminpräparate verabreichen oder mit diesen im „Heimvertrieb“ handeln. Weiters bedenklich ist das Vitamin-Shoping im Internet. Natürlich gewonnene Vitamine sind effektiver und mitunter besser verträglich als synthetische. Sich jedoch generell negativ gegen synthetisch hergestellte Vitamine auszusprechen ist als unqualifiziert abzulehnen, da es einer jahrzehntelangen, erfolgreichen Supplementierungspraxis widerspricht. Die Einnahme von Vitaminpräparaten kann eine gesunde, abwechslungs- und nährstoffsreiche Ernährung in keiner Weise ersetzen. Die Frage nach dem wirklichen Nährstoffgehalt der heutigen Nahrungsmittel ist aber durchaus berechtigt, da die industrielle Verarbeitung, die Lagerung und letztlich die Zubereitung zu mitunter drastischen Verlusten an Vitaminen und Spurenelementen führt. So können selbst bei bewusstester Auswahl von Nahrungsmittel Defizite bei Vitaminen nicht ausgeschlossen werden. Aus diesem Grund, und das zeigt die tägliche Praxis, scheint eine gezielte Einnahme von Vitaminen und anderen Mikronährstoffen zur Gesunderhaltung unerlässlich. |
| Dr.med.univ:Peter Wasler, Arzt für Allgemeinmedizin, Orthomolekular Medizin, Ärztlicher Leiter d .Institutes f. Sport- u.Physiotherapie in Graz, www.wasler.at |
| Vitamin-Studie: Experte kritisiert bedenkliches Vorgehen Statistische Signifikanz sagt nichts über methodische Mängel aus |
| Wien (pte/05.03.2007/06:50) - Ein Experte kritisiert das Ergebnis der aktuellen dänischen Studie, wonach die Einnahme bestimmter Vitaminpräparate negative Auswirkungen auf die Lebenserwartung haben kann. Die Metastudie, die im Journal of the American Medical Association http://jama.ama-assn.org veröffentlicht wurde, weise zwar eine statistische Signifikanz auf. "Es ist jedoch ein grober Fehler, sich mit der statistischen Signifikanz allein zu begnügen und die methodische Qualität der Untersuchung nicht zu hinterfragen", so der Wiener Holopopath und Klinische Psychologe Alexander H. Gaischin im pressetext-Interview. Das sei ein bedenkliches Vorgehen. "Das Ergebnis allein sagt nichts über eventuelle methodische Mängel aus", erklärt Gaischin. "Wenn man, wie im Falle der angesprochenen Metastudie hört, dass Daten aus 68 klinischen Studien mit insgesamt 232.606 Teilnehmern aus 385 Publikationen analysiert wurden, so ist man natürlich versucht, den Wirksamkeitsnachweis für tatsächlich nicht erbracht zu erachten", meint der Mediziner. "Abgesehen von möglichen Fehlern in der Planung, Durchführung, Auswertung und Interpretation, spielt die Erwartungshaltung des Auftraggebers hinsichtlich der Verwertbarkeit einer Studie eine wesentliche Rolle", so Gaischin. "Wie bei allen privat-industriell beauftragten klinischen Studien geht es um viel Geld. Besonders dann, wenn allgemein bekannt wird, dass eine simple Erhöhung der Vitamin-E-Zufuhr das Infarktrisiko um 34 Prozent senkt - wie dies in der Nurses Health Study 1993 festgestellt wurde - während die chemischen Produkte der Pharmafirmen wie etwa der Cholesterinsynthesehemmer Lipobay dieses Risiko nur um sieben Prozent senken kann", so der Mediziner. Die Frage der Kosten und Nebenwirkungen wurde dabei nicht berücksichtigt. "Alpha-Tocopherol ist die aktivste biochemische Vitamin-E-Verbindung, die beträchtliche antioxidative und antiproliferative Wirkung zeigt", erklärt Gaischin. "In der ATBC-Cancer-Prevention-Studie von Heinonen erhielten mehr als 29.100 Männer im Alter von 58 bis 69 Jahren und einem bekannten Lungenkarzinom 50 Milligramm alpha-Tocopherol oder 20 Milligramm Betacarotin einmal täglich für bis zu acht Jahre lang. Die Prostatakarzinominzidenz, als ein Endpunkt der Studie, verringerte sich um 32 Prozent in der alpha-Tocopherol-Gruppe." "Auch für Selen konnte in groß angelegten randomisierten Studien ein protektiver Effekt auf die Entstehung eines Prostatakarzinoms gezeigt werden", erklärt Gaischin. "In der Nutritional Prevention of Cancer-Studie von Clark wurde das Risiko, an einem Prostatakarzinom zu erkranken, durch die Einnahme von mit Selen angereicherter Hefe um 50 Prozent reduziert." Unterstützung habe dieses Ergebnis durch epidemiologische Daten von der Health Care Professionals Follow-up Studie erhalten, die den Zusammenhang zwischen dem Selengehalt in Zehennägeln und dem Risiko, an einem Prostatakarzinom zu erkranken, an mehr als 51.000 Männern untersuchte. "Dabei verhielt sich der Selenanteil in den Zehennägeln umgekehrt proportional zum Risiko eines fortgeschrittenen Prostatakarzinoms." Die genannten Studien treffen zwar keine Aussage hinsichtlich einer Erhöhung der Sterblichkeit, stehen aber im krassen Widerspruch zu den Ergebnissen der zitierten Studie. "Wenn dann unmittelbar nach Veröffentlichung solcher Studien die Pharmaindustrie vehement fordert, therapeutisch erfolgreiche Nahrungsmittelergänzungen als Medikamente einzustufen, wodurch diese durch das kostenintensive Procedere der gesetzlich vorgeschriebenen Arzneimittelprüfung müssten, werden Interessenslage und Intension bestimmter klinischer Studien erst richtig deutlich", subsumiert der Experte. Eine bestimmte Erwartungshaltung des Auftraggebers einer klinischen Studie betreffe aber nicht nur die Pharmaindustrie, sondern den gesamten medizinisch-industriellen Komplex, inklusive Medizintechnik. "Dieser Komplex ist oft der größte Arbeitgeber in westlichen Ländern. Wenn die Milliardenumsätze dieser Gruppe um nur 20 Prozent zurückgehen, weil die Bevölkerung durch die konsequente Ergänzung mit Mikronährstoffen weniger krank ist, dann wäre nicht nur der Arbeitsmarkt massiv betroffen, sondern hätte das dramatische Auswirkungen auf unser Gesundheits-, Sozial-, und Rentensystem", meint Gaischin. "Mehr unabhängige Studien sind unerlässlich. Unabhängigkeit kann aber nur dadurch erzielt werden, dass die finanzielle Unterstützung der Studien durch staatliche Stellen und/oder unabhängige Organisationen, Stiftungen und ähnliches gewährleistet wird", meint Gaischin. Wenn man aber dort Gelder für klinische Studien beantrage, würden diese nur sehr selten bewilligt werden. "Diese Organisationen halten die Grundlagenforschung für wesentlich bedeutsamer als die klinische Forschung, wobei sich beide Richtungen ergänzen und nicht ausschließen sollten", so Gaischin abschließend im pressetext-Interview. |
| JAMA-Studie 2007: Verkürzen Antioxidantien unser Leben? Über die Glaubwürdigkeit von Studien und Statistiken von Mag. Norbert Fuchs |
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| Ende Februar 2007 publizierte das Journal of the American Medical Association (JAMA) eine statistische Arbeit von Goran Bjelakovic und Co-Autoren. Im Rahmen einer Meta-Analyse wurden 68 selektierte Studien (mit insgesamt 232.606 Studienteilnehmern) ausgewertet. Den selektierten Studien war gemeinsam, dass sie randomisiert waren und entweder Beta-Carotin und / oder Vitamin A und / oder Vitamin E und / oder Vitamin C und / oder das Spurenelement Selen als „Wirkstoff“ einsetzt hatten. Die Schlussfolgerungen der Autoren erfreute Pharmahersteller, deprimierte Vitamin-Produzenten und irritierte KosumentInnen: Beta-Carotin, Vitamin A und Vitamin E könnten die Sterblichkeit erhöhen, zu Vitamin C und Selen seien weitere Studien nötig. Bei allem nötigen Respekt vor der Notwendigkeit, Wert und Unwert von Vitaminen für unsere Gesundheit durch Studien zu objektivieren, drängen sich einige relativierende Kommentare zur Arbeit von Bjelakovic förmlich auf:
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| Ein letztes Wort, vor allem an die (in solchen Diskussionen meist auf der Strecke bleibenden) KonsumentInnen gerichet: |
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| Mag. pharm. Norbert Fuchs Institut für Nährstofftherapie Wissenschaftlicher Beirat der Nährstoffakademie Salzburg |
| Moosham, 08. März 2007 |