SN Artikel Käsebrot statt Zinktabletten vom 29. Okt.2008
Allein vom Zinkgehalt oder auch Vitamin C Mengen in unterschiedlichen Lebensmitteln auszugehen und daraus eine Hochrechnung über unseren Versorgungs- und Gesundheitszustand anzustellen, funktioniert leider nicht wirklich.
Wer von uns weiß denn, wie lange die Lebensmittel schon im Regal gelegen sind, wie frisch das Obst und Gemüse im Einkaufskorb wirklich ist? Verarbeiten Sie zu Hause alles sofort, und vor allem wie verarbeiten Sie es?
Alle, die sich mit Ernährung auf wissenschaftlicher Basis beschäftigen, wissen, dass enorme Verluste durch Lagerung und Zubereitung auftreten können. Zu dem stellt sich immer die Frage, wie viel kann oder will ich von diesem empfohlenen Lebensmittel verzehren. Petersilie finde ich als Gewürz hervorragend, als Vitamin C Quelle eher nebensächlich. In 2 Esslöffel gehackter Petersilie, die Sie, liebe LeserInnen, hoffentlich frisch in Ihrem Garten geerntet haben, stecken 8 mg Vitamin C. Pro Tag sollten Sie als gesunder Erwachsener laut DGE (Deutscher Gesellschaft für Ernährung) 100 mg Vitamin C zu sich nehmen. Achtung: Die Empfehlungen der DGE richten sich immer an gesunde und nie an erkrankte Menschen!
Vitamin C ist in Bezug auf Lagerung und Zubereitung eine extrem sensible Substanz, die sich ungemein schnell abbaut. Auch zu Zink und seinen Quellen kann man kritische Überlegungen anstellen. Zink aus Fleisch kann der Körper gut verwerten. Sobald Ballaststoffe (wie z.B. im Brot) ins Spiel kommen, wird die Zinkaufnahme wesentlich schlechter. Auch Calcium wie es in der Milch enthalten ist, behindert die Zinkaufnahme beträchtlich. Man geht davon aus, dass nur 10 bis 30 % des angebotenen Zink aus der Nahrung resorbiert werden, also den Weg in den Körper schaffen.
Die biochemischen Vorgänge unseres Körpers sind sehr komplex und lassen sich nicht auf einfache Weise darstellen. Bewusste und ausgewogene Ernährung bildet immer die Grundlage für die Gesunderhaltung des Körpers, aber es gibt unbestritten Situationen, in denen Ihr Immunsystem auch Unterstützung durch qualitativ hochwertige Mikronährstoffpräparate benötigt. Wenden Sie sich bitte in diesem Fall vertrauensvoll an orthomolekular arbeitende Fachleute wie ÄrztInnen und ApothekerInnen, die über die Biochemie des Körpers Bescheid wissen und vor allem den Umgang mit Vitaminen, Spurenelementen, Mineralstoffen und anderen essentiellen Substanzen verstehen. Ich wünsche ihnen ein gut funktionierendes Immunsystem und eine erkältungsfreie Zeit!
31.10.2008
Mag. pharm. Ursula Höller
Pharmazeutin, Nährstoffapothekerin, Ernährungsberaterin
Referentin der Nährstoffakademie Salzburg